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Die Ernährung gestillter Kleinkinder

English

Translated and reprinted with permission from kellymom.com, copyright © 2002 by kellymom.com. All rights reserved. kellymom.com is not responsible for the accuracy or quality of the translation.

Deutsch von Cordula Kolarik (e-mail: klein-kolarik@t-online.de)
Aus: Rundbrief. Die Fachzeitschrift der AFS, Ausgabe 3/2002.
Homepage der AFS: www.afs-stillen.de

Bei den meisten Informationen, die man zur Ernährung von Kleinkindern findet, wird davon ausgegangen, dass das Kind nicht mehr gestillt wird und hauptsächlich feste Nahrung zu sich nimmt. Daher haben viele Mütter gestillter Kleinkinder (vor allem derjenigen, die noch nicht viel feste Nahrung essen) eine Menge Fragen dazu, wie sie diese Ratschläge dem Bedarf ihres Kindes anpassen sollen.

 
Einleitung

Im zweiten Lebensjahr können Sie Ihr Kind genauso oft stillen wie im ersten Jahr, doch sollten Sie mehrmals täglich feste Nahrung anbieten. Nach dem ersten Geburtstag können Sie feste Nahrung vor dem Stillen anbieten, statt dessen oder danach. Ihre Milch ist noch immer ein wichtiger Bestandteil der Ernährung Ihres Babys und kommt ihm in vielerlei Hinsicht zugute (ernährungsphysiologisch, immunologisch und emotional). Es gibt keine "empfohlene Anzahl täglicher Stillmahlzeiten" für ein Kleinkind. Manche Kleinkinder stillen nur ein- oder zweimal am Tag, während andere immer noch gerne sehr viel Zeit an der Brust verbringen. Wenn Ihr Baby allmählich mehr feste Nahrung zu sich nimmt, gleicht Ihre Milch mögliche Ernährungslücken ideal aus. Sobald Sie seltener stillen, sollten Sie verstärkt darauf achten, dass Ihr Kind mehrere nahrhafte Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt.

 
Kuhmilch?

Vielen stillenden Müttern wird gesagt, sie müssten Kuhmilch einführen, wenn ihr Kind ein Jahr alt sei. Ihr gestilltes Kleinkind bekommt bereits die beste Milch, die es bekommen kann - Muttermilch! Muttermilch hat einen höheren Fettgehalt als Kuhmilch (wichtig für das Gehirnwachstum des Babys), und die Bioverfügbarkeit ist bei allen in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffen bedeutend höher als in Kuhmilch, weil Milch artspezifisch ist (ganz zu schweigen von all den Bestandteilen der Muttermilch, die in Kuhmilch gar nicht enthalten sind).

Es besteht keine Notwendigkeit für Kuhmilch oder Ersatzprodukte (wie Ziegenmilch, Sojamilch usw.), solange Ihr Baby zwei- bis dreimal täglich gestillt wird. Kuhmilch ist einfach nur eine praktische Quelle von Calcium, Eiweiß, Fett, Vitamin D etc. - notwendig ist sie nicht. Es gibt viele Menschen in vielen Teilen der Welt, die keine Milch trinken und dennoch genug Calcium, Eiweiß, Fett, Vitamin D usw. zu sich nehmen.

  • Gute Eiweißlieferanten sind Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Linsen usw.), Tofu und andere Sojaprodukte, gekochte Eier, Nüsse, Erdnussbutter (wenn Ihr Kind nicht allergisch veranlagt ist).
  • Gute Fettlieferanten sind Soja- und Distelöl, Leinsamen und Leinsamenöl, Walnüsse, Fisch und Fischöl, Avocado. Beim Kochen oder Backen kann man oft Öl verwenden, beispielsweise in Distelöl dünsten oder Mini-Muffins mit Soja- oder Reismilch, Öl oder Butter und Eiern zubereiten.
  • Nicht nur Milchprodukte, sondern auch viele andere Lebensmittel enthalten reichlich Calcium: Dunkelgrüne Gemüsesorten wie Brokkoli und Spinat, Petersilie, Tofu und andere Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen (Sesam, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Haselnüsse, Cashews, Walnüsse), Algen, Getreide (Tapioka, Quinoa).
  • Wenn Ihr Kind nicht mehr regelmäßig stillt und nicht allergisch auf Kuhmilchprodukte reagiert, sondern einfach nur keine Kuhmilch mag, können Sie anderweitig Milchprodukte in seine Ernährung einbauen. Viele Kinder mögen Käse, Vollmilchjoghurt oder Eis. Sie können auch Milch bei der Zubereitung verschiedener Gerichte verwenden: Pfannkuchen, Waffeln, Muffins, Rühreier, Kartoffelpüree und Backwaren.
  • Manche Mütter möchten ihrem Kleinkind Kuhmilch anbieten, aber das Kind mag sie nicht. Nach dem ersten Lebensjahr ist Milch für die Ernährung eines Kindes nicht mehr so wichtig. Manchmal hilft es, wenn man immer größere Mengen Kuhmilch mit Ihrer ausgedrückten Muttermilch vermischt, damit sich das Kind an den Geschmack gewöhnt. Viele Ernährungsexperten halten es für unbedenklich, der Kuhmilch Geschmacksstoffe (z.B. Erdbeer oder Schokolade) beizumischen.

Kinderärzte empfehlen inzwischen, dass man, wenn man Kuhmilch anbietet, seinem Kind vom ersten bis mindestens zum zweiten Geburtstag nur Vollmilch aus einem Becher gibt. Dadurch erhält Ihr Kind genug Fett, was wichtig für eine gute Gehirnentwicklung ist. Nach dem zweiten Geburtstag kann man, wenn das Kind gut wächst, zu fettarmer oder fettfreier Milch übergehen. Die Menge an Kuhmilch, die Ihr Kind trinkt, sollten Sie auf 500 bis 700 ml täglich beschränken, da zuviel Kuhmilch zu einer Eisenmangelanämie führen kann (da Milch die Aufnahme von Eisen behindern kann) und den Appetit des Kindes auf andere Lebensmittel bremsen kann.

 
Wieviel sollte mein Kleinkind essen?

Zwischen dem ersten und dem fünften Geburtstag befindet sich das Kind in einem Zustand verlangsamten Wachstums. Dadurch nimmt auch der Kalorienbedarf ab, so dass die Menge der täglich aufgenommenen Nahrung geringer ist. Zu dem verlangsamten Wachstum kommt ein steigendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit, welches die Bandbreite an Lebensmitteln, die ihr Kind essen will, einschränkt ("wählerischer Esser"). Seien Sie beruhigt - aufgrund dieser Verlangsamung des Wachstums brauchen Kleinkinder nicht soviel Nahrung, wie Sie vielleicht denken. Drei kleine Mahlzeiten und zwei Imbisse pro Tag (und manche essen deutlich weniger) spenden wahrscheinlich selbst dem aktivsten Kleinkind genug Energie. Bitte seien Sie sich auch darüber im Klaren, dass wählerische Esser eher die Regel als die Ausnahme sind.

Manche Kleinkinder nehmen mit zwölf Monaten nur sehr wenig oder noch gar keine feste Nahrung zu sich. Das ist nicht ungewöhnlich und von Kind zu Kind verschieden - in dem Punkt gibt es große Unterschiede. Während der ersten zwölf Monate sollte Muttermilch den Großteil (über 50 Prozent) der Ernährung eines Babys ausmachen. Mit zwölf Monaten nehmen manche Babys schon eine Menge fester Nahrung zu sich, während andere noch voll oder fast voll gestillt werden. Für manche Babys bleibt Muttermilch der Hauptbestandteil ihrer Ernährung, bis sie achtzehn Monate oder sogar noch älter sind.

Bei manchen Babys dauert es etwas länger, bis sie anfangen, feste Nahrung in größeren Mengen zu sich zu nehmen. Manche von reagieren empfindlich auf einige Nahrungsmittel, und auf diese Weise schützt ihr Körper sie vielleicht, bis ihr Verdauungssystem mit mehr zurechtkommt. Andere bekommen erst spät Zähne oder haben sehr mit Zahnungsschmerzen zu kämpfen. Zu diesem Zeitpunkt enthält Ihre Milch alles, was ihr Kind braucht, möglicherweise mit der Ausnahme von genügend Eisen. Solange sich seine Eisenwerte in einem akzeptablen Rahmen bewegen und Sie ihm, wenn es etwas isst, Lebensmittel anbieten, die von Natur aus viel Eisen enthalten, haben Sie noch viel Zeit, bis Sie sich wegen der Menge fester Nahrung, die es zu sich nimmt, Sorgen zu machen brauchen.

Alles, was Sie tun müssen, ist, immer wieder Nahrung anzubieten. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind kein Interesse zeigt oder nur winzige Mengen isst. Ihre einzige wahre Verantwortung besteht darin, was Sie anbieten, wann Sie es anbieten und wie Sie es anbieten - nicht, ob Ihr Kind es isst oder nicht. Das muss ihm selbst überlassen sein. Der Versuch, Ihr Kind zum Essen zu zwingen oder zu überreden, ist nie empfehlenswert. Stillen Sie weiterhin nach Bedarf, tagsüber und nachts, und vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind mehr feste Nahrung zu sich nehmen wird, wenn es bereit dazu ist. Wenn das Baby allmählich mehr feste Nahrung isst, wird Ihre Milch mögliche Ernährungslücken gut ausgleichen.


 
Durchschnittliches Wachstum von Kleinkindern

Ein paar Dinge, an denen man erkennen kann, ob Ihr Kind gut ernährt ist:

  • Wachstum: nicht notwendigerweise auf einer Kurve, aber Ihr Kind sollte an Länge und Gewicht zunehmen
  • wichtige Entwicklungsschritte werden ungefähr altersgerecht erreicht
  • Aktivitätsniveau: munter, fröhlich, aktiv

Ich fand es immer schwierig, Informationen über das durchschnittliche Wachstum von Kleinkindern zu finden, also habe ich mir die Wachstumstabellen der Centers for Disease Control and Prevention angesehen. (Anmerkung: Diese Zahlen sind nicht speziell für Stillkinder; sie sind den Wachstumstabellen für alle Kinder entnommen.)

Alter
Durchschnittliche Gewichtszunahme
12 - 18 Monate
200 - 310 g pro Monat
18 - 24 Monate
150 - 230 g pro Monat
24 - 36 Monate
115 - 230 g pro Monat
Quelle: Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Health Statistics. CDC growth charts: USA, 30. Mai 2000.

Alter
Durschnittliches Längenwachstum
12 - 36 Monate
0,8 - 1 cm pro Monat
Quelle: Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Health Statistics. CDC growth charts: USA, 30. Mai 2000.


 
Essvorschläge für Kleinkinder

Lebensmittel, die man aus der Hand essen kann, sind sehr geeignet für Kleinkinder. Ihr Kind wird jedoch auch allmählich lernen, mit einem Löffel und einer Gabel selbst zu essen. Viele Babys essen lieber Dinge, die sie selbst aufspießen oder in die Hand nehmen können, als Lebensmittel, die man ihnen mit dem Löffel geben muss. Eine Menge Babys zieht Essen vom Familientisch den fad schmeckenden Baby-Lebensmitteln vor.

Nach dem ersten Geburtstag können Sie Ihrem Kind Lebensmittel anbieten, die Sie ihm bisher lieber nicht gegeben haben (Kuhmilch, Zitrusfrüchte, Eiklar), allerdings sollten Sie weiterhin auf eventuelle allergische Reaktionen achten. Auch wenn Sie inzwischen mehr Nahrungsmittel anbieten können, ist die Gefahr des Verschluckens noch immer gegeben. Lassen Sie Ihr Kleinkind daher nicht unbeaufsichtigt essen und vermeiden Sie weiterhin Lebensmittel wie Popcorn, harte Bonbons, Hot Dogs, Weingummi, Möhrenstückchen, Trauben, Rosinen und Nüsse. Schneiden Sie solche Lebensmittel durch oder hacken Sie sie, oder warten Sie einfach, bis Ihr Baby älter wird.

Sie sollten Ihrem Kleinkind eine Vielzahl von Lebensmitteln anbieten. Es kann die gleichen Dinge essen wie der Rest der Familie. Nahrungsmittel, die reich an Eiweiß, Calcium und Eisen sind, sowie Obst und Gemüse, Brot usw. sollten täglich angeboten werden. Servieren Sie so gesunde Lebensmittel wie möglich, doch erwarten Sie von Ihrem Kleinkind nicht, bei jeder Mahlzeit viel zu essen. Wenn man Kindern nahrhafte Mahlzeiten und Imbisse anbietet und sie davon essen lässt, was sie wollen, ernähren sich die meisten vollwertig, wenn man ihr Essverhalten über mehrere Tage oder sogar eine Woche berücksichtigt. Ihr Kind sollte sich nicht an Snacks satt essen, die nur leere Kalorien enthalten, aber Sie sollten es auch nicht zum Essen zwingen.

Viele Kleinkinder essen besser, wenn ihnen den ganzen Tag über etwas zu essen zur Verfügung steht und nicht nur zu ein paar festgelegten Zeiten. Bieten Sie ihrem Kleinkind einfach den ganzen Tag über nährstoffreiche Häppchen an (kleingeschnittenes Gemüse, mundgerechte Obststückchen, hartgekochte Eischeiben, Joghurt, Vollkornbrot und Getreideflocken, Käse) und lassen Sie es essen, was es möchte. Manche Eltern haben gute Erfahrungen mit einem "Knabbertablett " gemacht, wie Dr. William Sears es vorschlägt: Man füllt einen Eiswürfelbehälter, ein Muffinblech o.ä. mit verschiedenen Arten gesunder Lebensmittel und stellt es dem Kleinkind hin, so dass es den ganzen Tag über davon naschen kann.

Hier sind die aktuellen Lebensmittelpyramide-Empfehlungen für Vorschulkinder (2-6 Jahre), die das amerikanische Landwirtschaftsministerium herausgegeben hat. Die Portionen sind für vier- bis sechsjährige Kinder gedacht. Zwei- bis Dreijährige brauchen genauso viele, aber vielleicht kleinere Portionen als Vier- bis Sechsjährige: ungefähr 2/3 einer Portion.

  • Getreidegruppe: 6 Portionen (Eine Portion entspricht zum Beispiel einer Scheibe Brot, 120 ml gekochtem Reis oder Nudeln, 120 ml gekochtem Getreidebrei, 30 g Getreideflocken.)
  • Gemüsegruppe: 3 Portionen (Eine Portion entspricht zum Beispiel 120 ml gehacktem rohen oder gekochten Gemüse oder 240 ml rohem Blattgemüse.)
  • Obstgruppe: 2 Portionen (Eine Portion entspricht zum Beispiel einem Stück Obst oder einer Scheibe Melone, 180 ml Saft, 120 ml Dosenobst, 60 ml Trockenobst.)
  • Milchgruppe: 2 Portionen (Eine Portion entspricht zum Beispiel 240 ml Milch oder Joghurt, 60 g Käse)
  • Fleischgruppe: 2 Portionen (Eine Portion entspricht zum Beispiel 60-80 g gekochtem mageren Fleisch, Geflügel oder Fisch, 120 ml gekochten getrockneten Bohnen. Ein Ei entspricht 30 g magerem Fleisch, 2 Esslöffel Erdnussbutter entsprechen 30 g Fleisch.)
  • Fette und Süßigkeiten: Schränken Sie die Kalorienzufuhr daraus ein.


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Translation completed: 6/2002
Written (English): 5/2001

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